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Warum Corona Marken und Management verändern wird


Eine Kollege schrieb Anfang März 2020, warum die Welt auch nach Corona die alte bleiben werde. Er bezog sich dabei auf Einsichten, dass der Mensch nach Schocks sinnvollerweise auch wieder vergessen könne, und die Wirtschaft langfristig  immer ein rationales Optimum anstrebe. Schon diese beiden Vorstellungen sind in der Tat richtig und irgendwie beruhigend.

Wir glauben jedoch, dass die aktuelle Krise viele Gewissheiten zerstören, alte Abläufe verändern und neue Fähigkeiten und Denkweisen erfordern wird. Ganze Branchen, wie Reise und Tourismus, aber auch globale Lieferketten werden sich wohl oder übel verändern und den neuen Regelungen und Gewohnheiten der Märkte anpassen müssen. Mindestens drei Managementbereiche werden davon akut berührt:

Markenentwicklung

Die Welt des Kunden ist zerbrechlich geworden. Das ist das wichtigste Resultat der Epidemie. Produzenten und Arbeitgeber tun deshalb gut daran, diese neue Fragilität konstruktiv in ihre Markenstrategie mit einzubeziehen. Menschlichkeit als Markenkern der Zukunft bedeutet, dass essentielle Bedürfnisse wie Vertrauen, Schutz und Sinn noch wichtiger werden. Die Tiefe einer Produktwelt war schon durch die Klimadiskussion bedeutsam geworden. Die Verunsicherung der Konsumenten sitzt tief. Jetzt geht nicht mehr nur um ökologische Nachhaltigkeit, sondern um die Sinnhaftigkeit von Produkten. Aktuelle Verbraucher-Umfragen untermauern diese Analyse:

„Die Verbraucher wünschen sich laut unserer Befragung von Marken mehr Nähe. Also regionale Angebote oder ortsunabhängige Services. Sie wünschen sich, dass Marken – just in dieser Ausnahmesituation – mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen und das auch in ihrer Kommunikation spiegeln.“

Mediaplus-Geschäftsführerin Barbara Evans

Personalmanagement

Führungskräfte, Mitarbeiter und Belegschaften und sind  gleichermaßen verunsichert und brauchen für krisenhafte Change-Prozesse dringend Geleit und klare Signale, was nun zu tun ist. Mut und Motivation in schweren Zeiten ergeben sich nicht von alleine und sind auch keine Frage des Könnens. Aktuell sind nicht nur unternehmerische Ideen gefragt, sondern auch Erfahrung in der effektiven Führung von Menschen und die Fähigkeit, Anderen die Kraft für notwendige Veränderungen zu geben. Mitarbeiterführung muss also einen Schritt weitergehen, als nur eine Corporate Identity zu pflegen. Sie muss Stabilität im Chaos stiften und Hoffnung auf eine bessere Zukunft produzieren.

Mediale Kommunikation

Noch nie waren Menschen so von medialer Information abhängig wie heute. Um sich vor Bedrohungen zu schützen, wollen alle wissen was geschieht und, wichtiger noch, was geschehen wird. Das Interesse gilt insbesondere den Entscheidungen der Politik, aber zunehmend auch dem Wohl und Wehe der eigenen Unternehmen und Arbeitgeber. Wirkungsvolle kommunikative Skills von Führungskräften sind gefordert. Reichten früher noch Bilanz-Konferenzen und Pressemitteilungen für effektive Öffentlichkeitsarbeit aus, sind heute persönliche Video-Statements, Webcam-Interviews und Youtube-Clips Alltag geworden. In der Stakeholder-Kommunikation kommt die dauerhafte Ablösung vieler Business-Reisen durch Videokonferenzen hinzu. Und interne Kommunikation in Krisen verlangt statt Rundmails erst Recht Gesicht und emotionale Botschaften.

Die Business-Welt wird also durch Corona auf lange Sicht eine andere sein als zuvor. Vielleicht nicht im Kern, wohl aber in der Kommunikation.